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Die Zucht von American Seramas

Wer American-Seramas züchten möchte dem stellt sich als erstes die Frage: Welche Tiere sind zur Zucht geeignet?

American-Seramas werden nach US-Standard je nach Größe bzw. Gewicht in verschiedene Klassen eingeteilt:

 HähneHennen          
Klasse Abis 350 Grammbis 325 Gramm
Klasse Bbis 500 Grammbis 425 Gramm
Klasse Cbis 600 Grammbis 525 Gramm

Daneben gibt es noch die Klasse D für Tiere die größer sind und noch diverse Klassen für Küken, Jungtiere ect.

Das American-Serama ist ein sehr kleines, filigranes Huhn von eleganter Gestalt, mit aufrechter Körperhaltung, kurzem Rücken, breiter Brust und stolzem Ausdruck. Es gibt keine genau definierten Farbschläge, das Augenmerk liegt in erster Linie auf Größe und Gestalt. In den USA ist man mittlerweile bemüht einzelne Farbschläge zu festigen, dort sind Seramas jedoch wesentlich zahlreicher vorhanden als in Europa und die Auswahl an zur Farbzucht geeigneten Tieren ist dementsprechend auch viel größer.  Es gilt jedoch der Grundsatz: Form und Haltung gehen STETS vor Farbe! In den USA wird neben dem äußeren Erscheinungsbild bei dieser Rasse auch auf den Charakter bzw. das Verhalten der Tiere geachtet (dies fließt auch zu 1/4 in die Bewertung eines Tieres ein!), erwünscht sind ruhige Tiere die sich auch im Ausstellungskäfig bzw. bei der Bewertung (diese erfolgt dort ausserhalb des Käfigs in Form einer Tischbewertung!) optimal präsentieren.

Nun sollte man meinen dass man zur erfolgreichen Zucht am besten einen A-Klasse-Hahn und eine A-Klasse-Henne verwendet und somit eine Garantie auf möglichst viele sehr kleine Nachkommen hat, aber:

Weit gefehlt!

Zum einen sind extrem kleine Hennen (Klasse A oder auch insbesondere Micros) im Gegensatz zu den Hähnen oft nicht mehr fortpflanzungsfähig, dieses Phänomen tritt bei anderen sehr kleinen Zwerghuhnrassen ebenfalls auf, auch bei Miniaturpferden oder auch sehr kleinen Hunderassen kann man dies beobachten. Hier hat die Natur ganz einfach eine Grenze gesetzt die es zu akzeptieren gilt!

Zum anderen vererben Seramas ihre eigene Größe nicht zwangsläufig auch an ihre Nachkommen weiter, die Miniaturgröße (also A und Micro) wird rezessiv vererbt und fällt mehr oder weniger zufällig aus Tieren der Klasse B und C.

Die besten Zuchttiere sind Tiere der Klasse B und C da diese in der Regel sehr fruchtbar und zuchtfreudig sind. Tiere der Klasse A und insbesondere Micros sind zwar sehr selten und der Stolz eines jeden Züchters, zur Weiterzucht sind diese Tiere jedoch nur bedingt geeignet.

Wir verwenden aus diesem Grund zur Zucht überwiegend Tiere der Klasse B, zum Teil auch der Klasse C wenn diese eine besonders schöne Form oder auch andere körperliche Vorzüge haben, A-Klasse-Hähne verpaaren wir meist mit etwas größeren Tieren.
 
Es versteht sich von selbst daß zur Zucht nur gesunde, korrekt gebaute und dem Seramatyp bzw. Seramastandard entsprechende Tiere verwendet werden dürfen, besonders Tiere mit mangelhafter Haltung, sehr grosskämmige Tiere (immer ein Zeichen von Chabo-Einkreuzung) und Tiere mit groben Fehlern wie Doppelzacken ect. sollten von der Zucht ausgeschlossen werden.
 
Um Probleme durch Inzucht zu vermeiden betreiben wir zum einen eine gezielte Linienzucht, zum anderen bemühen wir uns regelmäßig gute Tiere aus anderen Beständen zuzukaufen was in Europa leider nicht ganz einfach ist da es nach wie vor nicht viele wirklich gute Zuchttiere gibt.

Wenn man nun also das passende Zuchtpaar oder auch Trio gefunden hat gilt es zu überlegen ob man die Tiere selbst brüten lassen möchte oder auf die Möglichkeit der Kunstbrut zurückgreift.

Seramas sind sehr gute Brüterinnen, sie verfügen jedoch über einen extrem starken Bruttrieb und setzen sich - unabhängig von der jeweiligen Jahreszeit - oft mehrmals im Jahr zum Brüten hin. Das sollte man zumindest in der kalten Jahreszeit unterbinden da es die Tiere sehr viel Kraft kostet und unnötig schwächt. Die beste Zeit für die Brut ist das späte Frühjahr. Eine Seramahenne kann normalerweise 8-10 Seramaeier abdecken, mehr sollte man ihr nicht unterlegen. Die Brutdauer bei Seramas beträgt nur 19 Tage, der Schlupf geht normalerweise problemlos vonstatten. Seramas ziehen ihre Küken in der Regel sehr zuverlässig auf.

Wenn man sich für die Kunstbrut entscheidet hat man etwas mehr Arbeit. Die Brut läuft ab wie bei allen anderen Rassen auch, man muß jedoch beachten dass Seramas wesentlich früher schlüpfen, in der Regel schon nach 19 Tagen, daher darf man nicht versäumen die Wendung - so vorhanden - rechtzeitig auszuschalten und auch die Luftfeuchtigkeit schon ab dem 17. Tag zu erhöhen.

Die Aufzucht unterscheidet sich auch nicht wesentlich von der anderer Zwerghuhnrassen, verwendet man Kükenkorn (was wir wegen der fehlenden Selektionsmöglicheit beim Fressen bevorzugen) sollte man es in den ersten Tagen etwas zerkleinern (bei der Naturbrut übernimmt das die Henne), beim Kükenmehl entfällt das. Da Seramas etwas empfindlicher gegenüber Kokzidien sind empfiehlt sich entweder eine Impfung oder ein Futter mit Kokzidiostatikum (keinesfalls beides da sich sonst die Wirkung gegeneinander aufhebt). Beim Futter sollte man darauf achten dass es nicht zu gehaltvoll ist (Rohproteingehalt), keinesfalls darf ein Kükenstarter für Masthähnchen verwendet werden. Ein gutes Zusatzfutter sind Haferflocken oder auch Hirse (Wellensittichfutter).

Seramas sind während der Aufzucht etwas wärmebedürftiger als andere Rassen, benötigen auch länger eine Wärmelampe, wir lassen unsere Tiere bis zur 10. Woche unter der Lampe (bei Kälte auch länger) und reduzieren die Wärme dann schrittweise, besonders bei kühler Witterung sind die Jungtiere sehr dankbar für eine Wärmequelle

Im Alter von drei bis vier Wochen (bei manchen Tieren schon ab dem ersten Tag)  kann man mit etwas Erfahrung zwar schon grob Rückschlüsse auf die spätere Größe ziehen, wobei man auch nach Jahren diesbezüglich immer wieder Überraschungen erlebt, eine entgültige Einordnung sollte man daher nicht vor dem 5. bis 6. Lebensmonat vornehmen, bei Hähnen eher noch später. Auch was den Typ angeht kann man sich gerade bei jungen Hähnen sehr täuschen, manche Junghähne zeigen sich z.B. in der Gruppe mit anderen Hähnen nicht richtig,  setzt man sie dann aber allein zeigen sie von einem Tag auf den anderen die typische Seramapose. Oft haben Junghähne im ersten Jahr auch noch keine Sicheln - die ja das Erscheinungsbild eines Hahnes entscheidend prägen -,  entwickeln diese erst im zweiten Jahr.

Man sollte seine Tiere von Anfang an daran gewöhnen in die Hand genommen zu werden, gerade die Hähne sollte man regelmäßig herausnehmen und sie darauf trainieren die typische Seramapose einzunehmen. Man erreicht das wie z.B. bei Pfautauben und Kropftauben indem man sie mit einem Stab leicht an die Brust tippt, sind die Tiere daran gewöhnt nehmen sie diese Pose bald von selbst ein.
 

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